Litauen: Rückbauarbeiten in Ignalina-2 lanciert
Die Besitzerin der abgeschalteten Kernkraftwerkseinheit Ignalina-2, die SE Ignalina Nuclear Power Plant (INPP), hat damit begonnen, Drucktanks des Notkühlsystems sowie kontaminierte Komponenten aus der Turbinenhalle rückzubauen.
Von den rund 1000 t Material, das die zerlegten Drucktanks ergeben, sollen laut INPP 99% falls nötig dekontaminiert und anschliessend wiederverwertet werden. Nur rund 1% werde entsorgt. Diese Arbeiten sollen im Juni 2015 abgeschlossen sein. Beim Rückbau der Turbinenhallen-Bestandteile werde rund 20’480 t Material anfallen, so die INPP. Dieses Projekt dürfte bis Juli 2021 dauern.
Die INPP rechnet damit, dass die Stilllegungsarbeiten an Ignalina-2 bis 2029 abgeschlossen sein werden. Das Projekt wird von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) mitfinanziert.
Als Ersatz für das stillgelegte Kernkraftwerk Ignalina plant Litauen, zusammen mit Estland und Lettland am Standort Visaginas eine ABWR-Reaktoreinheit mit einer elektrischen Leistung von 1300 MW zu bauen. Das litauische Stimmvolk sprach sich jedoch in einem konsultativen Referendum Mitte Oktober 2012 – zeitgleich mit den Parlamentswahlen – gegen den Bau eines neuen Kernkraftwerks aus. Dennoch haben die Vorsitzenden der sieben im litauischen Parlament vertretenen Parteien im April 2014 in einem gemeinsam unterzeichneten Dokument die Absicht unterstrichen, am Bau des Kernkraftwerks Visaginas als wichtigem nationalem, strategischem Ziel festzuhalten.
Quelle
S.Ry. nach INPP, Medienmitteilung, 21. Juli, und NucNet, 23. Juli 2014
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