Belgien: erster Schritt zum Ausstieg aus dem Ausstieg
Der Ausschuss für Energie, Umwelt und Klima der Abgeordnetenkammer Belgiens (das Unterhaus des Parlaments), hat in erster Lesung die Änderung des Gesetzes von 2003 über den Atomausstieg verabschiedet. Konkret werden mit dem Gesetzentwurf die Bestimmungen über den Zeitplan für den Atomausstieg sowie das Verbot, neue Kraftwerke und Produktionskapazitäten zu bauen, aufgehoben.

Der belgische Energieminister, Mathieu Bihet, bezeichnete die Abstimmung zur Aufhebung des Kernenergieausstiegs als «historisch». Sie stelle einen entscheidenden ersten Schritt hin zu einer modernisierten und diversifizierten Energiepolitik dar. «Dieser Entscheid spiegelt den Willen unserer Regierung wider, die Blockaden der Vergangenheit zu lösen, um eine nachhaltige Energiezukunft für unser Land zu sichern. Indem wir die Tür für neue nukleare Kapazitäten öffnen, wollen wir eine wettbewerbsfähige und souveräne Energieproduktion garantieren, die auf einer Diversifizierung der Ressourcen und einer verstärkten strategischen Autonomie beruht», erklärte Bihet.
Das Gesetz über den Ausstieg aus der Kernenergie von 2003 legte ein Datum für die Abschaltung der belgischen Kernkraftwerke fest und verbot gleichzeitig den Bau neuer Anlagen. Die vom Ausschuss für Energie, Umwelt und Klima verabschiedete Änderung hebt diese beiden Bestimmungen auf. Das Gesetz sah vor, dass alle Kernkraftwerkseinheiten in Belgien bis 2025 endgültig abgeschaltet werden müssen.
Auf Antrag des oppositionellen Parti Socialiste (PS) ist jedoch eine zweite Lesung erforderlich. Die Abstimmung im Plenum wird für den 22. April 2025 erwartet.
Quelle
M.A. nach Mouvement Réformateur, Mitteilung, 1. April 2025 und Mathieu Bihet, Website, 1. April 2025
Verwandte Artikel
Belgien: Doel-1 geht endgültig vom Netz
18. Feb. 2025•NewsBelgien: Neue Regierung will Kernenergie wiederbeleben
6. Feb. 2025•NewsEuropäische Kommission prüft belgische Beihilfe für Laufzeitverlängerung zweier Einheiten
25. Juli 2024•NewsBelgien: endgültige Einigung über den Weiterbetrieb von Doel-3 und Tihange-4 erzielt
14. Dez. 2023•News